COBOLD-Anleihe, Maxirend Tracker, Basiswert, Referenzwert,
DivDax, Kapitalmarktfloater, Cap, etc…
Sie haben, wenn Sie ein Zertifikat erworben haben, den einen oder
anderen dieser oder ähnlicher Begriffe schon gehört. Verstanden
haben Sie diese Begriffe bestenfalls nur teilweise.
Was sind Zertifikate? Nach der Definition handelt es sich um eine
Schuldverschreibung mit den unterschiedlichsten Spielarten. Wir
wählen bewusst das Wort „Spiel“, weil die meisten Zertifikate nichts
anderes als eine Wette darstellen. Der Anleger geht mit dem
Emittenten (das ist der Aussteller des Zertifikates) eine Wette über
bestimmte Marktentwicklungen ein. Wenn diese eintreten, dann erhält
der Anleger bestimmte Bonuszahlungen und/oder Wertsteigerungen, die
jedoch in aller Regel nicht identisch sind mit der Wertentwicklung
des Wertes oder der Werte, die der „Wette“ zu Grunde gelegt werden.
Mit dem Zertifikat hat der Anleger jedoch keine Sicherheit und auch
keine Anlage in den entsprechenden Referenzwert erhalten, sondern
eine hochriskante Geldanlage mit der Möglichkeit des erheblichen
Wertverlustes bis hin zum Totalverlust (z.B. COBOLD-Anleihen mit
Referenzwert Lehmann Brothers).
Nehmen wir als Beispiel die häufig verkauften COBOLD-PLUS-Anleihen.
Diese über die Volksbanken vertriebenen Zertifikate wurden von der
Dachorganisation der Volks- und Raiffeisenbanken – der DZ-Bank – als Emittentin aufgelegt. Bei dieser COBOLD-Anleihe handelt es sich um
ein Zertifikat mit fünf amerikanischen Großbanken als Referenzwerte.
Unter diesen Banken befindet sich auch Lehmann Brothers, die letztes
Jahr in Insolvenz gegangen ist, bei der somit – wie die Anbieter
sich für Anleger oftmals unverständlich ausdrücken – ein sogenanntes
„Kreditereignis“ eingetreten ist. Die Folge für die Anleger ist
fatal – sie bekommen nichts mehr zurück, das gesamte Geld ist
verloren. Tatsächlich hat die Bank das Geld noch, da die Benennung
eines Referenzwertes nicht bedeutet, dass die Emittentin auch in
dieses Referenzunternehmen investiert hat. Die Emittentin hat heute
noch den Anlagebetrag und ist der Auffassung, dass sie diesen nicht
zurück zahlen muss, weil ein Referenzunternehmen, in das die
Emittentin die Anleihe – also Ihr Geld – nicht unbedingt investiert
hat, Pleite gegangen ist.
Wir meinen, das kann so nicht bleiben.
Zitat aus Spiegel
(27/2009):
"Sein eigenes Geld, sagte Hilmar Kopper, habe er
selbstverständlich solide angelegt. „Etwas Aktien, ein paar Fonds,
festverzinsliche Wertpapiere – und kein einziges Zertifikat“
(Hilmar Kopper, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der
Deutschen Bank)
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